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© Marc Stephan, D-61209 Echzell

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Pressearbeit

Artistin Verena Schmidt: Letztlich zählt nur was man leistet

Überraschend viele Artisten haben Höhenangst, verrät die 22-jährige Verena Schmidt. Gerade hat sie ihren Abschluss bei der Staatlichen Artistenschule in Berlin abgelegt. Sie weiß also wovon sie spricht.

EiVerena Schmidt hat ihre Artistenprüfung bestanden.ne junge Frau mit kräftigen Händen, aber sanftem Händedruck, mit einer offenen, zurückhaltenden Art, aber selbstbewusstem Blick. Sie selbst hat auch Höhenangst, gibt sie zu. »Natürlich nicht so extrem«, lacht sie, »aber ein bisschen Angst hat man schon.« Umso erstaunlicher, dass Stürze die jungen Menschen in ihrer Ausbildung nicht zurückwerfen und die Angst überhand nimmt. Der schlimmste Unfall der jungen Artistin war ein Sturz aus vier Metern Höhe auf einen ungepolsterten Boden. »Das steckt man weg. Außer Rippenprellungen und blauen Flecken ist mir nichts passiert.« Und als wäre es fast selbstverständlich fügt Schmidt noch an: »Ach ja, eine Gehirnerschütterung hatte ich auch noch.«

Am 19. Juni 1986 wurde Verena Schmidt als jüngstes von drei Kindern geboren. Ihr Vater verstarb früh. Sie wuchs in Echzell-Bingenheim auf und besuchte später die Freie Waldorfschule in Bad Nauheim. Dort bot man der damals 17-jährigen an, in einer Varieté-AG der Schule mitzumachen. Sportbegeistert war die Schülerin schon immer, aber mit Artistik hatte sie noch nie etwas am Hut. Schließlich begann sie mit dem Training am Trapez. Schnell wurde das neue Hobby zu einer Leidenschaft und ein wenig später fasste die Abiturientin den Entschluss, das Hobby zum Beruf zu machen. Ihre Mutter Martina Schmidt war zunächst etwas skeptisch, wusste mit dem Wunsch ihrer Tochter zunächst so recht nichts anzufangen. »Doch das hat sich schnell gelegt. Heute unterstützt sie mich voll«, erklärt die frisch gebackene Artistin. Durch ihr Training an der Waldorfschule konnte sie nach einer Aufnahmeprüfung als Quereinsteiger an der Artistenschule anfangen. Die reguläre Ausbildung dauert vier Jahre, die verkürzte für Schüler mit guten Vorkenntnissen nur zwei. In den ersten beiden Schuljahren werden allgemeine Dinge unterrichtet, die jeder Artist grundlegend können sollte, wie etwa Jonglage. In den letzten beiden Jahren folgt dann die spezialisierte Ausbildung. Hier wählte Schmidt später das Vertikalseil, wandte sich von ihrem Trapez ab. »Das Seil ist für das Publikum interessanter anzusehen und für mich ist es einfach anspruchsvoller«, erklärt junge Frau. Neben der praktischen Ausbildung gehören auch theoretische Fächer wie die »Geschichte der Artistik« oder »Anatomie« zum Stundenplan. Schließlich soll den jungen Menschen das Rüstzeug gegeben werden, sich selbst weiterzuentwickeln und sich durch eigene Nummern von anderen abzuheben.

Am Vertikalseil arbeitet die junge Artistin am liebsten.Dass ihr der Abschluss »Staatlich geprüfter Artist« in der Praxis nicht viel bringen wird, ist Schmidt bewusst. »Letztlich zählt nur, was man leistet.« So wünscht sie sich pragmatisch, dass sie von ihrem Beruf leben kann. Ein Engagement hat sie schon in der Tasche und daran anschließende in Aussicht. Ein großer Wunsch ist, einmal in Stuttgart, einem der renommiertesten Varietés Deutschlands aufzutreten. Doch ist sie nun bis Ende des Monats noch mit den restlichen Schülern ihrer Abschlussklasse auf einer deutschlandweiten Tournee unter dem Titel »No Roots«. Das temporeiche Programm mit stillen Tönen war am vergangenen Freitag im Zirkuszelt auf der Friedberger Seewiese zu bewundern, wo natürlich viele Waldorfschüler unter den Zuschauern waren. So umringten nach der Show Freunde und ehemalige Klassenkameraden die Artistin. »Hallo Renchen, lass dich drücken!« Freunde außerhalb der Artistenschule sind Schmidt sehr wichtig, hatte sie am Tag zuvor im Gespräch erklärt. Warum konnte sie nicht genau sagen; doch vielleicht, weil »normale Freunde« ein bisschen Bodenständigkeit bewahren. Denn auf die Frage, ob sie etwas Besonderes sei, antwortete Schmidt: »Ja schon. Aber jeder Mensch ist doch etwas Besonderes.«


Erschienen in der Wetterauer Zeitung - © 2008 Marc Stephan

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